Internationaler Tag gegen Genitalverstümmelung

Zu einem informativen Nachmittag für Interessierte mit multimedialen Infos, Inputreferaten und Thementischen lädt das Netzwerk FGM/C in Braunschweig am 6. Februar ab 15 Uhr in die Braunschweiger Aidshilfe, Eulenstr. 5 ein.
Der 6. Februar ist dem weltweiten Kampf gegen die genitale Beschneidung und Verstümmelung von Frauen und Mädchen gewidmet. Unterschiedliche Formen weiblicher Genitalbeschneidung werden nach wie vor weltweit praktiziert. In einigen Ländern liegt die Beschneidungsrate bei über 80% der Einwohnerinnen. Laut Terres des Femmes liegt nach einer aktuellen Dunkelfeldstudie die geschätzte Anzahl betroffener Frauen in Deutschland bei ca. 103 000, die Zahl der gefährdeten Mädchen bei 17 200. Weltweit sind mindestens 200 Millionen Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Die genitale Beschneidung gilt als schwere Menschenrechtverletzung mit oftmals lebenslangen gesundheitlichen Folgen. Die Anzahl der betroffenen Frauen steigt in Deutschland, insbesondere in Großstädten.
Das Netzwerk FGM/C in Braunschweig (FGM/C steht für Female Genital Mutilation/Cutting) will den 6. Februar nutzen, um die Bevölkerung und auch Fachkräfte für dieses Thema zu sensibilisieren, Vernetzung und Austausch ermöglichen und über Hilfsangebote informieren.
Hierfür laden Fachkräfte verschiedener Beratungsstellen vormittags von 11 bis 13 Uhr zu einem Info-Tisch in der Poststraße am Kohlmarkt ein und stehen für Gespräche und Fragen zur Verfügung.
Am Nachmittag sind die Räume der Aidshilfe von 15 bis 18 Uhr für alle Interessierten geöffnet. Nach zwei Inputreferaten werden informelle Gespräche mit Medizinerinnen und Hebammen ermöglicht. Der Verein „Mein Körper gehört mir!“ e.V. und das 2022 gegründete Netzwerk FGM/C in Braunschweig werden ihr Arbeit vorstellen und darüber informieren, welche Möglichkeiten zur Prävention und zur Unterstützung Betroffener es inzwischen in Braunschweig gibt.
Im Netzwerk FGM/C in Braunschweig haben sich engagierte Menschen aus pädagogischen, sozialen, politischen und beratenden Arbeitsfeldern, sowie aus dem medizinischen und geburtshilflichen Bereich zusammengetan, um eine kultursensible Versorgung betroffener Frauen, den Schutz gefährdeter Mädchen und die Handlungssicherheit von Fachkräften zu fördern. Ziel sind auch wirksame Interventionsketten und eine Stärkung des Hilfesystems. Die Vernetzungstreffen werden für die Organisation von Veranstaltungen und Öffentlichkeitmaßnahmen genutzt und unterstützen einen fachübergreifenden Erfahrungsaustausch. Das Netzwerk ist offen und freut sich über weitere Mitglieder. Kontakt: Gleichstellungsreferat der Stadt Braunschweig, Tel.: 0531 470 2216 oder gleichstellungsreferat@braunschweig.de.