- Klare Perspektive bis 2028 gefordert
- Ortsnahe Betreuung bleibt politisches Ziel
BRAUNSCHWEIG (30. April 2026). Die geplante Schließung der Kita-Außengruppe in Dibbesdorf sorgt derzeit für große Unruhe bei Eltern, im Stadtteil und in der lokalen Politik. Hintergrund sind ein Wasserschaden mit anschließendem Schimmelbefall im bisherigen Gebäude sowie prognostizierte sinkende Kinderzahlen in den kommenden Jahren. Zudem hat die Verwaltung das Gebäude bereits gekündigt. Nach aktuellem Stand soll für alle Kinder ab dem 1. August in der Kita in Hondelage ein Betreuungsplatz zur Verfügung stehen.
Die CDU-Ratsfraktion hat sich intensiv mit der Situation befasst und dazu auch mit der örtlichen CDU abgestimmt. Ergebnis ist ein einstimmig beschlossener Änderungsantrag, der die geplante Schließung ausdrücklich als vorübergehende Maßnahme definiert und eine klare Perspektive für den Stadtteil einfordert.
„Die aktuelle Situation ist für alle Beteiligten unbefriedigend“, erklärt die jugendpolitische Sprecherin Antje Maul. „Der bauliche Zustand des bisherigen Standorts und die kurzfristigen Handlungszwänge machen es nachvollziehbar, dass die Betreuung zunächst nach Hondelage verlagert wird. Gleichzeitig erleben wir aber große Sorgen bei den Eltern, die sich eine wohnortnahe Betreuung für ihre Kinder wünschen. Diese Sorgen nehmen wir sehr ernst.“
Antje Maul betont, dass Kindertagesstätten gerade in kleineren, dörflich geprägten Stadtteilen eine besondere Bedeutung haben: „Eine Kita ist nicht nur ein Betreuungsort, sondern auch ein wichtiger sozialer Treffpunkt für Familien. Wenn solche Strukturen wegfallen, hat das Auswirkungen auf das gesamte Miteinander im Stadtteil.“
Vor diesem Hintergrund setzt der Änderungsantrag klare Leitplanken für das weitere Vorgehen. Ziel muss sein, spätestens zum Kindergartenjahr 2028 wieder ein verlässliches, ortsnahes Betreuungsangebot in Dibbesdorf zu schaffen. Dafür soll die Verwaltung unter anderem geeignete Standorte prüfen, mögliche Übergangslösungen entwickeln und auch die Zusammenarbeit mit freien Trägern in den Blick nehmen.
„Für uns ist entscheidend, dass Dibbesdorf perspektivisch wieder eine eigene Kita bekommt“, macht Maximilian Pohler deutlich. „Die jetzige Entscheidung darf kein dauerhafter Rückzug aus der Fläche sein. Wir wollen, dass die Verwaltung jetzt aktiv die Voraussetzungen schafft, damit in wenigen Jahren wieder eine Betreuung direkt vor Ort möglich ist.“
Zudem fordert die CDU mehr Transparenz für die betroffenen Familien. „Die Eltern haben ein berechtigtes Interesse daran zu wissen, wie die konkreten Betreuungswege ihrer Kinder künftig aussehen“, so Pohler weiter. „Das schafft Vertrauen und ist eine wichtige Grundlage für die weitere politische Bewertung.“
Mit dem Änderungsantrag verbindet die CDU-Fraktion somit zwei zentrale Anliegen: eine kurzfristig tragfähige Lösung für die aktuelle Situation und gleichzeitig ein klares politisches Signal für die Zukunft Dibbesdorfs als familienfreundlichen Stadtteil mit eigener Betreuungsinfrastruktur.
