Schlossplatz darf kein Angstraum werden

  • CDU erneuert Forderung nach Waffen- und Alkoholverbotszone
  • Mehr Kontrollen und stärkere Präsenz des ZOD im Herzen der Innenstadt

BRAUNSCHWEIG (13. August 2026). Ein aktueller Vorfall im Schlossmuseum zeigt nach Ansicht der CDU-Ratsfraktion erneut, dass am Schlossplatz und rund um den Bohlweg dringender Handlungsbedarf für mehr Sicherheit besteht. Nachdem ein alkoholisierter Mann Mitarbeiterinnen des Schlossmuseums beleidigt, bedroht und sexuell belästigt hatte und wegen des Vorfalls sogar Kinder eines Workshops in Sicherheit gebracht werden mussten, erneuert die CDU ihre Forderung nach einem konsequenten Sicherheitskonzept für diesen Bereich der Innenstadt. Zuerst hatte „Der Löwe – Portal für das Braunschweigische“ über das Ereignis berichtet.

„Wir nehmen die Sorgen der Menschen und der Anlieger sehr ernst. Der Vorfall im Schlossmuseum ist ein weiterer Beleg dafür, dass wir hier nicht einfach zur Tagesordnung übergehen dürfen“, erklärt CDU-Fraktionsvorsitzender Thorsten Köster. „Wir haben bereits bei der Einführung der Waffenverbotszone rund um den Friedrich-Wilhelm-Platz darauf hingewiesen, dass auch der Bohlweg, der Herzogin-Anna-Amalia-Platz und der Schlossplatz genauer betrachtet werden müssen. Im Februar haben wir diese Forderung in unserem 6-Punkte-Plan für mehr Sicherheit in Braunschweig erneut ausdrücklich erhoben. Rot-Grün hat unseren Antrag damals abgelehnt.“

Die CDU betont, dass die Diskussion über Sicherheit nicht allein anhand der polizeilichen Kriminalstatistik geführt werden dürfe. Zwar könne Braunschweig anhand der Zahlen weiterhin als vergleichsweise sichere Großstadt gelten. Entscheidend sei jedoch ebenso das Sicherheitsgefühl der Menschen. Alkohol- und Drogenkonsum, Pöbeleien, Verschmutzungen und gewalttätige Auseinandersetzungen prägten zunehmend die Wahrnehmung an einzelnen Orten. Auch die Sauberkeit und ob das Unkraut regelmäßig beseitigt wird, tragen zur Sicherheit bei.

„Wenn Mitarbeiterinnen eines Museums während ihrer Arbeitszeit bedroht und sexuell belästigt werden und Kinder vorsichtshalber aus dem Foyer gebracht werden müssen, dann ist für uns eine Grenze überschritten“, so Köster. „Der Staat darf sich nicht auf der Nase herumtanzen lassen. Wer sich im öffentlichen Raum aggressiv, gewalttätig oder bedrohlich verhält, muss mit konsequentem Einschreiten rechnen. Prävention ist wichtig, aber dort, wo sie nicht ausreicht, muss der Staat auch Stärke zeigen.“

Die CDU fordert deshalb, gemeinsam mit Polizei und Stadtverwaltung erneut zu prüfen, ob die Voraussetzungen für eine Waffenverbotszone im Bereich Bohlweg, Herzogin-Anna-Amalia-Platz, Platz am Ritterbrunnen und Schlossplatz inzwischen erfüllt sind. Darüber hinaus müsse auch die Einrichtung einer Alkoholverbotszone geprüft werden. Vorbild könne dabei der Bereich unter den Rathaus-Arkaden sein.

Gleichzeitig müsse der Zentrale Ordnungsdienst (ZOD) deutlich häufiger und konsequenter präsent sein. Für die CDU gehören Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung untrennbar zusammen. Gerade an einem städtebaulich und historisch herausragenden Ort wie dem Schlossplatz müsse die Stadt deshalb sichtbar Verantwortung übernehmen.

„Der Schlossplatz ist einer der zentralsten und schönsten Orte unserer Innenstadt. Er darf nicht zu einem Platz werden, den Familien, Besucher oder Beschäftigte aus Sorge vor Belästigungen oder Gewalt meiden“, betont Köster. „Wir brauchen hier mehr Kontrolle, mehr Präsenz und gegebenenfalls auch klare Verbote. Die Menschen haben ein Recht darauf, sich in ihrer Innenstadt sicher zu fühlen – und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt.“

Photo by Markus Spiske on Pexels.com