- Anfrage zur Zukunft des Areals der Stiftung Großes Waisenhaus im Planungsausschuss
- Stadt soll aktiver auf Eigentümer zugehen und Entwicklungsperspektiven eröffnen
BRAUNSCHWEIG (15. Januar 2026). Langandauernde Leerstände sind in Braunschweig kein Randphänomen, sondern ein ernstzunehmendes städtebauliches, gesellschaftliches und wirtschaftliches Problem. Die CDU-Ratsfraktion hat daher eine Anfrage an die Stadtverwaltung eingebracht, mit der sie den strategischen Umgang mit dauerhaft ungenutzten Immobilien im gesamten Stadtgebiet thematisiert.
Ein besonders prägnantes Beispiel ist das Gelände der Stiftung Großes Waisenhaus an der Salzdahlumer Straße. Die Gebäude, die bis 2004 als Jugendgästehaus genutzt wurden, stehen seit mehr als 20 Jahren leer und befinden sich in einem zunehmend schlechten baulichen Zustand. Für dieses innerstädtisch gelegene und städtebaulich wertvolle Areal ist bislang keine Nutzungsperspektive erkennbar.
„Dass ein solches Grundstück über Jahrzehnte ungenutzt bleibt, ist städtebaulich nicht hinnehmbar – insbesondere in Zeiten hohen Wohnraumbedarfs“, erklärt Heidemarie Mundlos, planungspolitische Sprecherin der CDU-Ratsfraktion. „Hier darf sich die Stadt nicht auf eine reine Beobachterrolle zurückziehen, sondern muss aktiv das Gespräch mit den Eigentümern suchen.“
In ihrer Anfrage will die CDU unter anderem wissen, welche Entwicklungsperspektiven die Verwaltung bislang mit dem Eigentümer des Geländes erörtert hat und welche Instrumente grundsätzlich eingesetzt werden, um bei langandauernden Leerständen auf Eigentümer zuzugehen. Zudem fragt die Fraktion nach Förderprogrammen und Anreizen, mit denen die Reaktivierung solcher Flächen unterstützt werden kann.
„Viele Leerstände – nicht nur in Braunschweig – werden inzwischen als sogenannte Lost Places wahrgenommen und sind zunehmend Vandalismus ausgesetzt. Das schadet nicht nur dem Stadtbild, sondern verschenkt wertvolle Potenziale“, so Heidemarie Mundlos weiter. „Es gibt zahlreiche kreative und tragfähige Ideen – etwa von angehenden Architekten unserer Technischen Universität. Diese müssen aber auch in konkrete Entwicklungsprozesse überführt werden.“
Die CDU-Fraktion fordert daher eine klarere, stadtweite Strategie im Umgang mit langandauernden Leerständen. Ziel müsse es sein, vorhandene Instrumente konsequenter zu nutzen und frühzeitig Perspektiven für eine nachhaltige und städtebaulich sinnvolle Nutzung zu eröffnen.
Pressemitteilung CDU-Ratsfraktion Braunschweig/15.01.26
