Die Sportanlage Waggum

Die vollständige Historie der Sportanlage an der Grasseler Straße, die für viel Geld modernisiert wurde und seitdem in der Pflege und Instandhaltung stark vernachlässigt wird, ist sehr lang. Daher versuchen wir eine Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte hier für euch wiederzugeben.

Seit mehreren Jahren ist die Sportanlage, auf der wir zuhause sind, eine Bezirkssportanlage. Mit der Übergabe der Sportanlage an die Stadt erhofften sich Stadt und Verein, dass Sportanlage effizienter durch die Stadt unterhalten, sowie ausgebaut werden kann. So wurde ein Kunstrasen gebaut, das Kabinengebäude saniert und die Leichtathletik hat neue Trainingsmöglichkeiten bekommen. Seit der Übergabe der Sportanlage sind wir als Sportverein der Hauptnutzer dieser Anlage und müssen die Trainings- und Spielzeiten bei der Stadt mieten. Wir bekommen ein Budget für die „kleinen Arbeiten“, die auf der Anlage zu erledigen sind. Zum Beispiel gehört hierzu die Reinigung des Sportheims, Wahrung der Verkehrswege, kleinere Platzwarttätigkeiten. Größere Tätigkeiten, z.B. die Instandhaltung der Sportanlage, die Platzpflege, oder bauliche Arbeiten werden ausdrücklich von der Stadt durchgeführt.
Allerdings haben wir uns die Unterhaltung der Sportanlage etwas anders vorgestellt…

Seit bald zwei Jahren führen wir als Sportverein eine Mängelliste, die wir mit der Stadt mehrmals pro Jahr austauschen. Zum Beispiel gibt es kein Schließsystem für die Sportanlage. Die neuen Umkleidekabinen sind zum Teil nicht abschließbar. Die alten Umkleidecontainer stehen seit fast zwei Jahren ungenutzt vor der Sportanlage und versperren Parkplätze. Der neue Rasenplatz sah im Frühjahr 2022 wie ein Bundesligateppich aus. Später sackte der Rasen an einigen Stellen ab und war bis zur Reparatur monatelang nicht nutzbar, die Wasserrohre platzten im Winter und die Rasenpflege wurde so stark vernachlässigt, dass der Rasen jetzt eher einer Kräuterwiese gleicht. Auch die Sitzbänke auf dem Wall wurden von der Stadt entfernt und der versprochene Ersatz lässt seit über einem Jahr auf sich warten. Aber den Wall konnte man im Sommer sowieso nur eingeschränkt nutzen, weil dort kein Rasen gemäht wurde.
Auch die Leichtathleten sind in der Nutzung der Laufbahn mittlerweile stark eingeschränkt: Laub, Äste und Eicheln, welche von den Bäumen fallen, müssen von den Nutzern zuerst entfernt werden bis man laufen kann. Denn der seit Jahren fällige Baumschnitt wurde nicht durchgeführt und so ist es nur eine Frage der Zeit, bis für viel Geld die Leichtathletikbahn saniert werden muss. Das Unkraut auf der Laufbahn wurde tatsächlich im Frühjahr gezupft. Die zurück gelassenen Löcher wurden jedoch nicht aufgefüllt und so entstand eine hügelige Bahn mit einem enormen Verletzungsrisiko. Nur durch permanenten Einsatz unserer Mitglieder konnten wir die Schäden in Grenzen halten.

Wer sich ein Bild von den Mängeln auf der Sportanlage machen möchte braucht allerdings nur bis zum Sportheim gehen und die Terrasse betrachten. Früher wurden die Zäune und die abgesackten Platten vom Platzwart repariert und in Arbeitseinsätzen zum Teil durch die Mitglieder selbst instand gesetzt. Die Stadt hat schon lange angekündigt, dass hier eine neue Terrasse fällig wird, passiert ist hier, wie bei vielen anderen Sachen leider nichts.

Spätestens jetzt fragt man sich: warum nicht selber machen? Durch den Übertrag der Sportanlage wurden uns als Verein die Zuschüsse gestrichen. Wir können also keine Mittel bereitstellen, die wir vor Übergabe an die Stadt für genau solche Zwecke eingesetzt haben. Stattdessen zahlen wir Miete für die Nutzung. Leider dürfen wir die Mängel nicht selbst beheben, sondern hier muss laut Aussage der Stadt eine fachmännische Instandhaltung erfolgen. Und damit unser Platzwart den Wall selbst mähen oder die Leichtathletikbahn abziehen kann, fehlt das Arbeitsgerät, welches die Stadt uns nicht geben kann. Die Mängel melden wir seit Januar 2022, der erste Vor-Ort Termin in Waggum war im Dezember 2022, der zweite Vor-Ort Termin in Waggum war im Juni 2023 und der dritte Termin wurde im Oktober 2023 bei der Stadt durchgeführt. Zu den Mängeln gibt es zwischen uns und der Stadt einen breiten Konsens. Dass die Mängel von der Stadt behoben werden müssen, ist weder für das Sportreferat, noch für den Sportverein strittig. Wir sind uns alle einig. Warum so wenig passiert, wurde uns im letzten Termin im Oktober von der Stadt in einem konstruktiven, aber leider weitgehend ergebnislosen Treffen ausführlich erläutert. Bei der Stadt fehlt es nicht unbedingt immer am Geld, sondern schlichtweg an Personal. Die Stadt hat offene Stellen für Ingenieure, Meister, Techniker und findet keine Mitarbeiter. Die Folge ist, dass zu wenig Beauftragungen, Ausschreibungen und Projekte gestartet werden können, um den Sanierungsstau der Sportanlage Waggum (und anderen städtischen Sportanlagen in Braunschweig) aufzulösen.

Unsere Mitglieder und wir haben für den Zustand wenig Verständnis. Auf der einen Seite dürfen wir keine Mängel beheben, auf der anderen Seite fehlt es der Stadt schlichtweg an Ressourcen, damit die Aufgaben bewältigt werden können.

Wir als Sportverein wollen das nicht einfach hinnehmen. Wir können zwar auch keine Mitarbeiter für die Stadt aus dem Ärmel schütteln, aber wir sind bereit und willens, selbst etwas zu verändern. Wir als Vorstand kennen viele unserer ca. 800 Mitglieder persönlich und wir alle schätzen den Wert und das Potential unserer Sportanlage. Wir werden in den nächsten Wochen mit dem Bezirksrates auf politischer Ebene über das weitere Vorgehen beraten.

Wir suchen außerdem noch interessierte Mitstreiter, die Ideen und Unterstützung anbieten können, damit wir die Sportanlage zu dem machen, was möglich ist: die umfangreichste und modernste Sportanlage im Braunschweiger Norden. Kontaktiert uns einfach unter vorstand@sportverein-waggum.de

Euer Vorstand des Sportverein Grün-Weiß Waggum

Sabine, Andreas R., Andreas S. und Frank